Wissen, Einstellungen oder normative Überzeugungen: Worauf kommt es an, wenn Lehrkräfte kompetenzorientierten Geographieunterricht durchführen wollen?
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Schlagworte

: Kompetenzorientierter Unterricht, Professionalisierungsforschung, Sozialpsychologische Modelle zur Verhaltensvorhersage, Fragebogenstudie

Zitationsvorschlag

Horn, M., Schweizer, K., Götz, K. und Krauß, B. (2021) „Wissen, Einstellungen oder normative Überzeugungen: Worauf kommt es an, wenn Lehrkräfte kompetenzorientierten Geographieunterricht durchführen wollen“?, Zeitschrift für Geographiedidaktik - ZGD, 45(2), S. 37-60. doi: 10.18452/23110.

Abstract

Geographielehrkräfte scheinen zwar über Wissen zu kompetenzorientiertem Unterricht (KU) in der Geographie zu
verfügen, setzen dieses Wissen jedoch oft nicht im Unterricht um. Diese Lücke zwischen Theorie und Handeln ist
erklärungsbedürftig. Daher wird in diesem Beitrag anhand einer Studie mit 60 Lehrkräften der Geographie (Sekundarstufe I) aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz versucht, die Intention, KU in der Geographie durchzuführen, als Zusammenspiel verschiedener Einflussgrößen, nämlich von Einstellungen und normativen Überzeugungen
zu KU, die wiederum durch Wissen über KU und Alter bzw. Lehrerfahrung beeinflusst werden, zu betrachten. Die
vorliegende Studie zeigt, dass in der genannten Stichprobe ein breites Spektrum an Wissen über und Einstellungen
zu KU vorhanden ist und dass die Lehrpersonen in ihren Intentionen, im nächsten Schuljahr KU einzusetzen, variieren. Diese Intentionen waren, ebenso wie das Wissen über KU, abhängig vom Alter der Lehrpersonen. Das Alter
der Lehrpersonen korreliert außerdem negativ sowohl mit den Einstellungen zu KU als auch mit den normativen
Überzeugungen zu KU. Nicht nur das Alter und das Wissen über KU, sondern auch die Einstellungen und normative
Überzeugungen zu KU sagten die Intention vorher, kompetenzorientiert zu unterrichten, und klärten insgesamt etwa
79% der Varianz auf. Wenn jedoch Alter und Wissen über KU sowie die Einstellungen zu KU zuerst kontrolliert wurden, leisteten normative Überzeugungen zu KU keinen zusätzlichen Beitrag an der Varianzaufklärung mehr. Einstellungen zu KU beeinflussten daher maßgeblich die Intentionen, solchen Unterricht einzusetzen. Es wird diskutiert,
auf welche weiteren Faktoren, die restlichen 21% der Varianz zurückgeführt werden können.

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