Ergebnisse einer empirischen Studie zum Image des Unterrichtsfachs Geographie aus der Perspektive von Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe I (in Nordrhein-Westfalen)
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Schlagworte

Geographieunterricht, Image, Einstellungen, Lernervoraussetzungen, geographische Bildung

Zitationsvorschlag

Miener, K. P. (2021) Ergebnisse einer empirischen Studie zum Image des Unterrichtsfachs Geographie aus der Perspektive von Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe I (in Nordrhein-Westfalen), Zeitschrift für Geographiedidaktik - ZGD, 45(3), S. 33-62. doi: 10.18452/23112.

Abstract

Das Image verschiedener Fächer ist nicht nur aus bildungspolitischer Sicht von Bedeutung. Sie haben auch einen Einfluss
auf die generelle Haltung von Schülerinnen und Schülern (im Weiteren Schülern) gegenüber ihren Unterrichtsfächern.
Damit sind sie einer von vielen Prädiktoren für das Gelingen geographischer Bildung im Klassenzimmer. Images können
im Zuge der Messung von Einstellungsausprägungen operationalisiert und damit zugänglich gemacht werden. Aus Forschungssicht ergeben sich folgende Fragen: Welches Bild haben Schülerinnen und Schüler vom Geographieunterricht?
Welche potentiellen Zusammenhangsmaße zur Imageausprägung gibt es hierbei? Welche Rolle kommt den Lehrkräften
dabei zu? Diesen Fragen wird im Zuge einer quantitativen Studie mit Schülern der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen nachgegangen. Es wird ein Messinstrument konzipiert, das bisherige Teilbefunde zum Fachimage aggregiert und
den heutigen Gegebenheiten anpasst. Die Ergebnisse der statistischen Auswertung zeigen, dass das Image insgesamt
positiv ist. Schwachstellen bestehen im Bereich der Motivation durch das Unterrichtsfach. Demgegenüber werden die
Relevanz, die Wissenschaftlichkeit und das Anforderungsniveau des Fachs positiv bewertet. Als fachliche Facette weisen die Schülerinnen und Schüler die räumliche Orientierungskompetenz als Alleinstellungsmerkmal des Fachs aus. Hier
besteht aber noch weiterer Forschungsbedarf zur Konkretisierung dieser Teilfacette des Fachimages. Im Bereich der
Zusammenhangsmaße zeigt sich, dass Alter, Geschlecht und Schulart kaum eine Rolle spielen. Demgegenüber ist die
didaktisch-methodische Unterrichtsgestaltung der stärkste Einflussfaktor. Weiterhin wirken auch die Persönlichkeit der
Lehrkraft und die allgemeine Einstellung der Schülerinnen und Schüler zur Schule in hohem Maße auf das Fachimage
ein. Im Bereich der personenbezogenen Variablen weist nur das allgemeine Interesse an Geographie einen vergleichbaren Effekt auf. Insgesamt scheint das Fachimage damit in großem Maße von außen her beeinflussbar zu sein. Lehrkräfte
können somit aktiv an der Imagekonstitution bei den Schülern mitwirken.

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