Die Rezeptionsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern bei der Bewertung von Argumentationen im Geographieunterricht am Beispiel von raumbezogenen Konflikten
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Schlagworte

Argumentationskompetenz, Lautes Denken, raumbezogene Konflikte

Zitationsvorschlag

Kuckuck, M. (2022) „Die Rezeptionsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern bei der Bewertung von Argumentationen im Geographieunterricht am Beispiel von raumbezogenen Konflikten“, Zeitschrift für Geographiedidaktik - ZGD, 43(4), S. 263–284. doi: 10.18452/23295.

Abstract

Gemäß den Nationalen Bildungsstandards für das Fach Geographie (DGfG, 82014) ist die Argumentationskompetenz eine Teilkompetenz des Kompetenzbereiches Kommunikation. Argumentationen können in die Dimensionen Rezeption, Produktion und Interaktionen unterteilt werden (Budke, Schiefele & Uhlenwinkel, 2010, 184). Die Fähigkeit zur Rezeption von argumentativen Texten im Geographieunterricht, also das Erkennen und Bewerten von Meinungsäußerungen, steht hier im Fokus der Betrachtung. Im Rahmen einer Dissertation wurde unter anderem untersucht, wie Schülerinnen und Schüler Argumentationen von Akteuren zu raumbezogenen Konflikten bewerten und welche Kriterien sie dazu verwenden. Raumbezogene Konflikte ermöglichen die Thematisierung von verschiedenen Akteursmeinungen und Perspektiven, wobei unterschiedliche Interessen benannt werden können. Zur Erhebung der Daten wurde ein Erhebungsbogen entworfen, in dem Argumentationenvon (fiktiven) Akteuren zu raumbezogenen Konflikten entwickelt wurden, die von Schülerinnen und Schülern der Oberstufe (N=42) anhand des ihnen bekannten Notenspektrums bewertet werden sollten. Bei der Bewertung sprechen die Schülerinnen und Schüler ihre Meinungen und Ideen laut aus. Diese Bewertungenwerden, gemäß der Methode „ Lautes Denken“ mit einem Diktiergerät aufgezeichnet und dienen später der Datenauswertung. Durch die Auswertung konnten insgesamt fünf Hauptkriterien ermittelt bzw. bestätigt werden,welche die Schülerinnen und Schüler bei der Bewertung von Argumentationen heranziehen: Struktur von Argumentationen, Raumbezug, Perspektivität, Inhalt und Sprache. Diese Kriterien decken sich teilweise mit denen, die von der Forscherin deduktiv aus der theoretischen Auseinandersetzung hergeleitet werden konnten, zudem wurden induktiv Kriterien aus den Transkripten herausgearbeitet.

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